Manuelle Lymphdrainage (MLD)

Diese ist eine spezielle, sehr sanfte Massagetechnik mit dem Ziel, Ödeme zu reduzieren. Dafür regt sie das Lymphgefäßsystem an, die „lymphpflichtige Last“ (Wasser, Eiweiß und andere Stoffe) aus dem Gewebe aufzunehmen und abzutransportieren. Sie unterscheidet sich von der Massage durch einen geringeren Druck, langsameres Arbeiten und spezielle Griffe mit Schub- und Entspannungsphasen. Da die Lymphdrainage auf das Lymphgefäßsystem abzielt und nicht auf die Muskulatur.

 

Beim reinen Lipödem, wo der Lymphtransport noch gut ist, dient die MLD in erster Linie zur Schmerzreduktion. Durch sanfte Reizung von Mechanorezeptoren im Gewebe wird eine Reizantwort des Zentralnervensystems ausgelöst, die auf Schmerzzustände dämpfend wirkt. Eine Bandagierung ist mitunter Teil der Therapie und zu empfehlen.

 

Beim Lipo-Lymphödem ist neben dem Lipödem auch noch ein chronisches Lymphödem (Ansammlung von eiweißreicher Flüssigkeit im Gewebe) vorhanden. Hier wird die MLD zur Bildung von Lymphe (= Aufnahme von Gewebswasser in das Lymphgefäßsystem) und deren Abtransport eingesetzt. Dabei darf die Durchblutung der Haut nicht anregt werden. Denn dadurch würde mehr Flüssigkeit aus den Blutkapillaren in das Gewebe übertreten und den Gewebswasseranteil (und somit das Ödem) vergrößern.

 

Wichtig!!

Die MLD kann zur Behandlung des Lipödems bzw. Lipo-Lymphödems von allen Ärzten mit Kassenzulassung (nicht nur Fachärzten!) zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden. 

 

 

 

Kompressionstherapie

Sie dient zur Erhöhung des Drucks im Gewebe. Dadurch tritt weniger Flüssigkeit aus den Blutkapillaren ins Gewebe über. Zudem verteilt sie die Gewebsflüssigkeit über eine größere Fläche, wodurch wesentlich mehr Lymphgefäße an deren Abtransport beteiligt werden. Sie schafft somit alternative Wege für den Lymphtransport.

 

Auch verbessert sie die Funktion der Klappen und die Strömungsgeschwindigkeit in den Lymphgefäßen und Venen und damit den Lymphtransport und den Rückfluss des venösen Blutes zum Herzen. Intensiviert wird dieser Effekt in Verbindung mit Bewegung. Die Kompression bildet ein Widerlager gegen den von den Muskeln erzeugten wechselnden Innendruck im Gewebe, wodurch die Wirkung der Muskel- und Gewebspumpen erheblich verbessert wird.

 

Beim reinen Lipödem ist eine Bandagierung notwendig in Kombination mit Lymphdrainage und Bewegung bzw. Training. Beim Lipödem ist die Haut sehr dehnbar (geringe Elastizität). Sie kann dem bei Bewegung von den Muskeln erzeugten wechselnden Innendruck im Gewebe keinen Widerstand entgegensetzen. Die Kompression übernimmt die Funktion des Widerlagers. Darum aktiviert die Kombination aus Kompression und Bewegung die Muskel- und Gelenkpumpen, wodurch vermehrt Lymphe und venöses Blut aus den Beinen (entgegen der Schwerkraft!) und den Armen abtransportiert wird. Eine reine Bandagierung wird nicht empfohlen.

 

Beim Lipo-Lymphödem ist die Bandagierung ein wichtiges Mittel zur Entstauung und Reduzierung des Lymphödems. Auch hier sollte eine tägliche Bandagierung so lange durchgeführt werden, bis sich das Ödem nicht weiter reduzieren lässt und eine flachgestrickte Kompressions-Versorgung zum Einsatz kommen kann. 

 

Wichtig!!            

Sowohl das Bandagieren als auch das Bandage-Material kann zur Behandlung des Lipödems bzw. Lipo-Lymphödems von allen Ärzten mit Kassenzulassung verordnet werden. Mit diesem Rezept bekommen sie das Bandage-Material in der Apotheke ihres vertrauen.

 

 Unser Experte in Sachen Lymphdrainage:

 

 

                 Stefan Heidenreich 

 

                     Masseur und med Bademeister  

                     Manuelle Lymphdrainage 

                     Dorn-Preuss-Therapie